Wie Mädchen für MINT begeistert werden können

Portrait Friederike Jäschke
Bachelorstudentin Frederike Jäschke:

Teilnehmerinnen von Mentoring-Programm entscheiden sich häufiger für MINT-Karriere

Eine aktuelle Studie der Universität Regensburg und der FAU zeigt, dass Schülerinnen, die an einem Förderprogramm für Mädchen in MINT teilnahmen, wesentlich darin bestärkt werden, sich für eine berufliche Laufbahn im MINT-Bereich zu entscheiden. Die Wissenschaftler/-innen werteten dafür Langzeitdaten von CyberMentor, dem größten Online-Mentoring-Programm für Mädchen in MINT in Deutschland und einer Kooperation zwischen den beiden Universitäten, aus. In die aktuelle Runde sind im April 174 neue Mentoring-Paare gestartet, Bewerbungen für den nächsten Start im Oktober sind laufend möglich.

Obwohl die kurzfristige Wirksamkeit von MINT-Mentoring für Mädchen im Alter ab 10 Jahren bereits in Studien nachgewiesen wurde, fehlten bislang Erkenntnisse darüber, ob die Teilnehmerinnen sich Jahre später an der Uni oder im Beruf häufiger für die Bereiche Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften oder Technik (MINT) entscheiden. Um diese Frage zu beantworten, untersuchte das Forschungsteam um Prof. Dr. Heidrun Stöger, Universität Regensburg, und Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler, FAU, welche Studienfächer oder Berufe ehemalige Teilnehmerinnen wählten und verglichen diese Daten mit den Entscheidungen von Frauen gleichen Alters sowie Frauen, die als Mädchen ein ähnliches Interesse an MINT gezeigt hatten, aber letztlich nicht am Online-Mentoring teilgenommen hatten.

Die Wissenschaftler/-innen stellten fest, dass ehemalige Teilnehmerinnen mit einer doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit MINT-Fächer bzw. -Berufe wählten als Frauen gleichen Alters (51 Prozent gegenüber 24 Prozent). Dies wertete das Forschungsteam als einen ersten Hinweis, dass CyberMentor spätere Entscheidungen sehr wohl beeinflusst – eine direkte Schlussfolgerung, dass andere MINT-interessierte Mädchen ähnliche Entscheidungen auch ohne das Mentoring getroffen hätten, konnten sie daraus jedoch noch nicht ziehen. Darum verglichen sie in einem zweiten Schritt ehemalige CyberMentor-Teilnehmerinnen mit anderen MINT-interessierten Frauen, die sich im gleichen Jahr für das Programm interessiert, aber nicht teilgenommen hatten. Und auch hier zeigten sich deutliche Unterschiede: So lag die Wahrscheinlichkeit, dass ehemalige Teilnehmerinnen mit zu Beginn ähnlichen Interessen wie in der Vergleichsgruppe später ein MINT-Studium oder -Beruf wählten mit 47 Prozent deutlich über der der Vergleichsgruppe mit 27 Prozent. Das Online-Mentoring durch CyberMentor trug also wesentlich dazu bei, dass Frauen letztlich eine MINT-Karriere einschlugen.

Über CyberMentor

CyberMentor ist das größte wissenschaftlich begleitete Online-Mentoring-Programm für MINT-interessierte Schülerinnen ab der 5. Klasse. Sie werden ein Jahr von einer persönlichen Mentorin, einer MINT-Frau aus Wirtschaft oder Wissenschaft, auf einer Online-Plattform begleitet, die als Rollenvorbild zu MINT-Aktivitäten anregt und Hinweise zur Studien-, Ausbildungs- und Berufswahl gibt. Außerdem arbeiten sie zusammen an MINT-Projekten, beispielsweise erforschen sie die Gründe für das Korallensterben, die Funktionsweise eines Raketenantriebs oder wagen ihre ersten Schritte im Programmieren.

In den vergangenen 18 Jahren hat das Online-Programm CyberMentor über 9.200 Mädchen in MINT erfolgreich unterstützt. Das Programm wird aktuell von Ministerien (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus; Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg), Stiftungen (Deutsche Telekom Stiftung, Vector Stiftung) und Firmen (z. B. SAP, Mercedes Benz Mobility, Harman Becker Automotive Systems, Siemens) gefördert. Geleitet wird das Programm von Prof. Dr. Heidrun Stöger und Prof. Dr. Dr. Albert Ziegler.

Für CyberMentor bewerben

Die nächste Einstiegsmöglichkeit in das einjährige Mentoring-Programm gibt es im Oktober 2023, Anmeldeschluss hierfür ist Montag, 25. September. Weitere Informationen für interessierte Schülerinnen und Mentorinnen: www.cybermentor.de

Link zur Langzeitstudie: https://doi.org/10.1111/nyas.14989 

Broschüre „The Sky is the Limit“  MINT-Wissenschaftlerinnen

Titelbild The Sky is the Limit
Broschüre „The Sky is the Limit“

Facettenreich, inspirierend und innovativ werden in der Broschüre „The Sky is the Limit“  MINT-Wissenschaftlerinnen aus der Technischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät der FAU in abwechslungsreichen Interviews vorgestellt.

Weitere veröffentlichte Interviews können Sie online auf der Seite Research nachlesen.

Broschüre „The Sky is the Limit — MINT-Wissenschaftlerinnen an der FAU“ zum Download

Die Publikation entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen dem GRK 2423 FRASCAL und dem Büro für Gender und Diversity. Die Interviews führte Dr. Susanne Stemmler.

Weitere Informationen:

Kristin Frauenhoffer und Susanne Eichinger
CyberMentor
Tel: 0941/943-1776
presse@cybermentor.de