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Lesung: Dacia Maraini zu Gast an der FAU

(Bild: privat)

Dacia Maraini (Bild: privat)

Donnerstag, 20. Juni, 10.00 Uhr, Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, Raum 1.011 (Senatssaal), Erlangen

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini ist am Donnerstag, 20. Juni, zu Gast an der FAU. Maraini gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen Italiens und wird bei ihrem Besuch an der FAU ihr neuestes Buch „L’amore rubato“ vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr und findet im Kollegienhaus, Raum 1.011 (Senatssaal), statt. Gelesen und vorgetragen wird in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Abteilung Italienisch des Sprachenzentrums der FAU in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut München. Prof. Dr. Christian Rivoletti (Institut für Romanistik der FAU) wird die Veranstaltung moderieren.

Dacia Maraini wurde 1936 in der Nähe von Florenz geboren und wuchs bis 1946 in Japan auf. Heute lebt sie in Rom. Schon mit 18 Jahren veröffentlichte Maraini erste Kurzgeschichten. Mit „Tage im August“ wurde sie 1962 über Nacht berühmt. Daneben verfasste sie Theaterstücke, Gedichtbände, Essays und Romane. Zu ihren erfolgreichsten Romanen gehören „Die stumme Herzogin“, „Stimmen“ und „Kinder der Dunkelheit“. Die Autorin erhielt zahlreiche Preise, darunter den Premio Strega. Ihre Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

Während der 1970er-Jahre schloss sich Maraini der Frauenbewegung Italiens an und nahm an Hausbesetzungen und Demonstrationen teil. Diese Phase spiegelt sich auch in ihrer Literatur wider. Sie kann als die erste Schriftstellerin Italiens angesehen werden, die sich speziell mit Themen wie Vergewaltigung, Inzest, Prostitution oder lesbische Liebe aus feministischer Sicht auseinandersetzt und in ihren Werken die Rolle der Frau in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgreift.

In „L’amore rubato“ erzählt Dacia Maraini die Schicksale von acht Frauen, die in unterschiedlicher Form Opfer von männlicher Gewalt sind. Anhand dieser Beispiele mit teilweise konstant vorhandener, teilweise episodenhaft auftretender Gewalt werden gleichermaßen brutale und subtile Mechanismen der Macht geschildert, die nicht nur Körper, sondern auch Seelen zerreißen. Durch ihr Buch bricht Maraini das Schweigen, das auch heute das Alltagsleben vieler Frauen kennzeichnet, und fokussiert auf ein in allen Kulturen schwelendes Problem, zu dessen Instrumenten Diskriminierung und Erniedrigung zählen.

Weitere Informationen:

Paola Cesaroni
Tel.: 09131/85-22928
paola.cesaroni@fau.de

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