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Ausstellung: Im Gedenken der Kinder

So sah Erlangens Kinderklinik in der NS-Zeit aus. (Bild: FAU/Universitätsarchiv)

Vor über 75 Jahren begannen die Verbrechen der NS-Euthanasie an geistig und körperlich behinderten Menschen im deutschen Nationalsozialismus. Vom 9. bis 22. Juli kommt die medizinhistorische Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“, die sich mit den systematischen Medizinverbrechen in Deutschland, auch in Erlangen, auseinandersetzt, in die Hugenottenstadt. Zur Eröffnung am Freitag, 8. Juli, von 17 bis 19 Uhr, mit einem offiziellen Empfang und wissenschaftlichen Vorträgen, sind Medienvertreter und Interessierte herzlich eingeladen.

Die Ausstellung wird gemeinsam veranstaltet von der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Erlangen, der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen und dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU. Besucher erfahren durch Bilder und Originaldokumente, wie in der NS-Zeit gemäß der nationalsozialistischen Rassenideologie die „Euthanasie“ zum Instrument der „Befreiung“ der deutschen Gesellschaft von „Ballastexistenzen“ gemacht wurde. Vor allem das Schicksal der Jüngsten macht heute noch betroffen: Über 10.000 kranke und behinderte Kinder und Jugendliche fielen bis 1945 den verschiedenen Programmen zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ zum Opfer.

Erlangen ist nicht die erste Station der stetig wachsenden Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“: Ins Leben gerufen durch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) war die Ausstellung seit 2010 schon zu Besuch in vielen weiteren deutschen Städten. Vor dem Hintergrund der Verbrechen, die sich in Erlangen und am hiesigen Uni-Klinikum im Nationalsozialismus zugetragen haben, wurde die Ausstellung ergänzt durch Tafeln, auf denen Ereignisse, Opfer und Täter sowie Hintergründe der NS-„Kindereuthanasie“ in Mittelfranken dargestellt werden.

Zur Eröffnung am Freitag, 8. Juli, in der Hugenottenkirche sind Medienvertreter und Interessierte herzlich eingeladen. Der Abend beginnt mit einer Begrüßung durch Pfarrer Johannes Mann, Prof. Dr. Antje Kley, Vizepräsidentin der FAU, sowie durch Prof. Dr. Rascher, Direktor der Kinderklinik des Uni-Klinikums Erlangen. Im Anschluss folgen Vorträge durch Prof. Dr. Karl-Heinz Leven, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der FAU, Philipp Rauh, wissenschaftlicher Mitarbeiter desselben Instituts, Prof. Dr. Dagmar Bussiek, Gastprofessorin für Sozial- und Kulturgeschichte der Universität Lüneburg sowie von Prof. Dr. Thomas Beddies, stellvertretender Vorsitzender der historischen Kommission der DGKJ.

Die Ausstellung in der Hugenottenkirche ist vom 9. bis 22. Juli 2016 für Besucher geöffnet: montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und am Wochenende von 12 bis 17 Uhr. Am Samstag, 16. Juli, und Freitag, 22. Juli, finden um 16 Uhr Führungen statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven
Tel.: 09131/85-22094
karl-heinz.leven@fau.de

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