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Detektive für Daten

Christian Güttler studiert Sozialökonomik. Es reizt ihn, sich vor allem mit dem Wechselspiel von Wirtschaft und Gesellschaft zu beschäftigen. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

An der FAU Sozialökonomik studieren

Sozialökonomen beschäftigen sich nicht nur mit nackten Zahlen und Gewinnmaximierung. Ihnen geht es um Aufklärung von ökonomischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Als Analyse-Experten wissen sie ganz genau, welchen Ergebnissen sie vertrauen können – und welchen nicht.


Mit dem grünen Studiengangsführer in der Hand schlagen sie sich durch das Dickicht der Studiengänge – für viele ist die Suche nach dem richtigen Studiengang nicht so einfach. Christian Güttler dagegen war von Anfang an klar, was er studieren wollte. „Ich bin gelernter Spediteur, habe in meinem Job gutes Geld verdient, war geschäftlich im Ausland. Aber irgendwann wusste ich einfach: Das will ich keine 30, 40 Jahre mehr machen“, erzählt er im Interview. Und weil er in Nürnberg fest verwurzelt ist, war er sich auch sicher: Die FAU ist die Universität seiner Wahl.

Wie er unter den 265 Studiengängen dann den richtigen für sich gefunden hat? Hier haben zwei Dinge geholfen: Zum einen die Tatsache, dass er sich aufgrund seiner fachgebundenen Hochschulreife für einen wirtschaftlichen Studiengang entscheiden muss – das grenzte die Wahlmöglichkeiten schon etwas ein. Zum anderen, und das ist noch viel entscheidender, gibt es an der FAU einen Studiengang, der richtig gut zum ihm passt: Sozialökonomik. In dem Studiengang beschäftigten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit gesellschaftlich relevanten Fragen, und zwar sowohl aus soziologischer wie auch aus ökonomischer Perspektive.

Es sind die großen Zusammehänge, das Wechselspiel zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, die ihn reizen. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

Im Café Trichter, in dem Christian Güttler ehrenamtlich arbeitet, kommen auch die Profs gern auf einen Kaffee vorbei. Die familiäre Atmosphäre am Institut gefällt ihm besonders. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

„Ich komme ja aus der Wirtschaft und war an einem Punkt, an dem ich mir dachte: Jetzt reicht es mit reiner Gewinnorientierung! Mich interessieren die gesellschaftlichen Zusammenhänge, zum Beispiel: Warum werden Frauen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt? Warum lassen sich Menschen von Marken täuschen? Warum sind Leute so vernetzt, wie sie vernetzt sind – beispielsweise über Xing – und was hat das für Folgen für die Arbeitswelt?“, begründet er seine Wahl.

Es sind die großen Zusammehänge, das Wechselspiel zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, die ihn reizen. „Es war klar, es wird irgendwas mit Wirtschaft. Aber mir war wichtig, dass es auch menschlichen Bezug hat. Sonst hätte ich ja auch BWL studieren können“, erzählt er.

Christian Grütter ist in Nürnberg fest verwurzelt, daher war er sich auch sicher: Die FAU ist die Universität seiner Wahl. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

Christian Güttler ist in Nürnberg fest verwurzelt, daher war er sich auch sicher: Die FAU ist die Universität seiner Wahl. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

Alles andere als eintönig

Zu Beginn seines Bachelorstudiums gab es viel zu lernen, „viel Fleißarbeit“, wie der Student sagt. Denn schließlich mussten erst einmal die Grundlagen her. „Da kommt man auch um Mathe nicht drumherum. Aber das ist echt machbar.“ Weil sich Sozialökonomen mit Themen beschäftigen, die an der Schnittstelle verschiedener Wissenschaftszweige wie Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Kommunikationswissenschaften, Sozialpsychologie und Auslandswissenschaften liegen, ist das Studium sehr interdisziplinär. Studierende lernen auf diese Weise, Problemstellungen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Wichtig dafür ist eine fundierte Methodenausbildung. Darunter fallen Techniken der Datenerhebung und statistische Verfahren, mit denen die Fragestellungen wissenschaftlich beantwortet werden können.

Denn nur wer strukturiert und wissenschaftlich korrekt arbeitet, kann Daten verlässlich analysieren und zu korrekten Aussagen kommen. „Will ich zum Beispiel herausfinden, wie zufrieden Menschen mit ihrer Arbeit sind, muss der Fragebogen so gestaltet sein, dass er auch objektive und verlässlische Ergebnisse liefert. Zum Beispiel ist die Reihenfolge der Fragen entscheidend, damit das Ergebnis durch die Formulierung der vorangegangenen Frage nicht verfälscht wird“, erklärt der Nürnberger diese Grundlage seines Studiums.

Jetzt wird es international

Ab dem vierten Semester geht es in die Schwerpunkte. Christian Güttler hat sich für den Schwerpunkt „International“ und gegen „Verhaltenswissenschaften“ entschieden. „Ich war ja schon beruflich im Ausland, da hat der Schwerpunkt „International“ einfach gut gepasst“, begründet Güttler seine Wahl. „Außerdem hatte ich Lust, noch eine Sprache zu lernen.“ Welche das ist? Spanisch, denn: „Auch die großen Globalisierungsthemen interessieren mich sehr.“

Inzwischen ist er im ersten Mastersemester. „Heute hatte ich meine letzte Klausur für dieses Semester“, berichtet er. Im Master gefällt es ihm richtig gut: „Wir sind knapp 40 Leute, aus ganz Deutschland. Schön finde ich auch, dass der Englischanteil größer geworden ist. Wir lesen noch mehr englische Literatur und unsere Kurse und Prüfungen sind teilweise auf Englisch.“

Weil Sozialökonomen gut mit Daten umgehen können und gelernt haben, diese in kulturelle oder gesellschaftliche Kontexte einzuordnen, können sie in vielen unterschiedlichen Bereichen arbeiten. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

Weil Sozialökonomen gut mit Daten umgehen können und gelernt haben, diese in kulturelle oder gesellschaftliche Kontexte einzuordnen, können sie in vielen unterschiedlichen Bereichen arbeiten. (Bild: FAU/Luisa Gerlitz)

Und was mach´ ich dann damit?

Weil Sozialökonomen gut mit Daten umgehen können und gelernt haben, diese in kulturelle oder gesellschaftliche Kontexte einzuordnen, können sie in vielen unterschiedlichen Bereichen arbeiten – beispielsweise in der Marktforschung, als Datenanalysten, im Marketing oder im Personalmanagement. Wie es für Christian Güttler nach dem Studium weitergeht? „Ich schätze sehr, dass unser Fach so familiär ist. Ich kann mir gut vorstellen, zu bleiben, um zu lehren und zu forschen.“


Das FAU-Magazin alexander

Inhaltsverzeichnis alexander 107

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Dieser Text erschien zuerst im alexander (Ausgabe 107) – dem Magazin rund um alles, was an der FAU gerade aktuell ist.

Die Ausgabe 107 hat unter anderem folgende Themen: Vielfalt an der FAU, das Bild, das wir vom Altwerden haben, das Unimusical und ein Roboter-Quartett, mit dem wir die Roboter vorstellen, an denen an der FAU geforscht wird.

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