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Ich kläre über Organspende auf

Studierende des AK Aufklärung Organspende klären im Rahmen des Teddybärkrankenhauses in Erlangen auf. (Bild: Rosa Noack)

Johanna Jahnke über ihr Ehrenamt

Wie wichtig Organspende ist, hat Johanna Jahnke, Medizinstudentin der FAU, in ihrer Arbeit im Uni-Klinikum Erlangen miterlebt. Gemeinsam mit der Fachschaftsinitiative Kanüle Medizin gründete sie den Arbeitskreis Aufklärung Organspende, um Menschen über dieses Thema zu informieren. Sie erzählt, wie sie zu ihrem Ehrenamt gekommen ist und was ihre Aufgaben sind.

Der geringen Spenderbereitschaft entgegenwirken

Ich arbeite als studentische Hilfskraft in der Kinderklinik in der Uni-Klinik Erlangen. Dort bekomme ich oft tragische Schicksale von Kindern mit. Zum Beispiel musste ein Junge viele Jahre auf eine Herztransplantation warten. Die Familie des Kindes hatte sich intensiv mit dem Transplantationsgesetz auseinandergesetzt und sogar einen Brief an die Bundesregierung geschrieben. Da habe ich mich gefragt, wie man das Problem der fehlenden Spenderbereitschaft als Medizinstudentin am besten angehen könnte. Ich habe mich über verschiedene studentische Initiativen informiert und bin bei meiner Suche auf Aufklärung Organspende gestoßen. Das ist eine deutschlandweite studentische Initiative, die sich mit der neutralen und unabhängigen Aufklärung über Organspende und Hirntod beschäftigt. Nachdem ich mich mit dem Projektleiter der Initiative in Verbindung gesetzt hatte, haben wir in unserer FSI eine Lokalgruppe, den Arbeitskreis Aufklärung Organspende, gegründet.

Die Menschen sollen sich nicht zu einer Entscheidung gedrängt fühlen

Wir möchten möglichst viele Menschen dazu bewegen, einen Organspendeausweis auszufüllen. Im Falle eines endgültigen Ausfalls aller Hirnfunktionen müsste die Entscheidung, ob und welche Organe gespendet werden sollen, nicht von Angehörigen getroffen werden. Wir plädieren weder für noch gegen Organspende. Es ist uns wichtig, dass die Menschen sich nicht zu einer Entscheidung gedrängt fühlen. Nur etwa ein Drittel der Menschen in Deutschland hat ihre Entscheidung für oder gegen die Organspende auf einem Ausweis festgehalten. Wir vermuten, das liegt unter anderem daran, dass weder ausreichend noch neutral aufgeklärt wird.

Logo des AK Aufklärung Organspende

Der Arbeitskreis Aufklärung Organspende der FAU klärt auf. (Bild: AK Aufklärung Organspende)

Dies wollen wir ändern. Deswegen planen wir in unserem Arbeitskreis Informationsveranstaltungen und öffentliche Aktionen. So haben wir beispielsweise im Rahmen des Teddybärkrankenhauses in Erlangen mit den Eltern über dieses Thema gesprochen und ihnen Fragen beantwortet. Sie konnten sich auch gleich Organspendeausweise sowie Informationsflyer mitnehmen.

Eine wichtige Entscheidung für Jugendliche

Ein großer Teil unserer Aufklärung richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Diese Zielgruppe ist uns besonders wichtig, denn ab 14 Jahren darf man sich schon aktiv gegen Organspende entscheiden und mit 16 Jahren den Organspendeausweis auch mit oder ohne Einverständnis der Eltern ausfüllen. Deswegen starten wir ab dem Wintersemester 2018/19 eine Schulbesuchsreihe und gehen an die umliegenden Schulen. Schüler können sich dann im Rahmen eines Projekttages mit dem Thema auseinandersetzen. Auch hier ist es uns wichtig, dass eine neutrale Aufklärung betrieben wird. Kein Schüler soll zu einer Entscheidung gedrängt oder überredet werden.

Der Newsletter informiert regelmäßig

In unserem Arbeitskreis fallen auch noch andere Aufgaben an. Ich bin beispielsweise in der Kleingruppe, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit und um unsere Social-Media-Präsenz kümmert. Wir verfassen auch einen eigenen Newsletter. Dieser erscheint alle ein bis zwei Monate. In unserer Mai-Ausgabe haben wir zum Beispiel eine Reihe von falschen Annahmen aufgeklärt. Viele Menschen denken beispielsweise, dass man automatisch zum Spender wird, sobald man einen Organspendeausweis ausfüllt. Sie wissen oft nicht, dass es auf dem Ausweis die Möglichkeit gibt, neben dem Einverständnis zur Spende auch eine Spende abzulehnen oder bestimmte Organe von der Spende auszuschließen. Außerdem bin ich seit Kurzem für den Social-Media-Auftritt auf bundesweiter Ebene zuständig.

Es gibt immer etwas Neues zu lernen

Als Medizinstudenten haben wir bereits ein breites Fachwissen. Doch man lernt nie aus. Gerade in der aktuellen Forschung zur Organspende und zum Hirntod gibt es stets neue Erkenntnisse, die mich überraschen. In unserem Arbeitskreis haben wir auch einen Journal Club, in dem wir uns einmal im Monat mit aktuellen Publikationen und Forschungsergebnissen auseinandersetzen und uns diese gegenseitig vorstellen. Auf diese Weise lerne ich nie aus und nehme auch etwas für die Zukunft mit. Es ist schön, dass ich durch mein Wissen und meine Aufklärungsarbeit Menschen dazu bewegen kann, sich über einen Organspendeausweis Gedanken zu machen. Wenn sich daraufhin tatsächlich jemand dazu entschlossen hat, im Falle eines Hirntods beispielsweise sein Herz zu spenden, weiß ich, dass meine Arbeit etwas bewirkt hat. Doch auch die Entscheidung gegen die Organspende ist legitim und sollte ebenfalls auf einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung festgehalten werden. Nur so kann man seine nahestehenden Verwandten in einer ohnehin schon schwierigen Zeit entlasten und von einer schweren Entscheidung befreien, auch noch einen Entschluss für oder gegen Organspende treffen zu müssen.

Mehr Infos über den Arbeitskreis Aufklärung Organspende:

akorganspendeerlangen@gmail.com
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Und was machen die anderen?

Hier im  Blog stellen wir unter dem Tag „Studierende engagieren sich“ Studierende mit ihren unterschiedlichen Ehrenämtern vor – zum Beispiel Nico Zäch, der an der Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg Himmelsführungen abhält.

Nico Zäch in der Sternwarte

Bei den Führungen erklärt Nico Zäch nicht nur die Sternenbilder, er zeigt auch unsere Planeten, den Mond und fremde Galaxien. (Bild: Martin Hoffmann)

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