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Smartes Licht – Start-up von Studierenden

Vernetzte LEDs und Steuerung über den PC machen eine individuelle Beleuchtung möglich. (Bild: Samuel Kosmann)

Das Start-up Simtext der Studierenden Samuel Kosmann und Lukas Gugel

Jeder hat so seine Vorstellungen von einem Studentenzimmer: Mehr oder weniger ordentlich, hier und da ein paar Klamotten verstreut, Stapel von Büchern, Heftern, Vorlesungsmitschriften auf dem Schreibtisch. In den Zimmern von Samuel Kosmann und Lukas Gugel im Ludwig-Erhard-Wohnheim im Osten Erlangens sieht es auf den ersten Blick eher wie in einer Elektronikwerkstatt aus: auf dem Tisch ein Lötkolben, daneben Drahtschere, Spitzzange und Heißklebepistole. Etwas abseits liegt ein Multimeter, dessen Kontakten in einer Platte mit vielen winzigen Lämpchen stecken.

Samuel Kosmann, Mechatronikstudent im vierten Semester, und Lukas Gugel, der im vierten Semester Maschinenbau studiert, testen gerade eine Matrix aus 64 miteinander verlöteten RGB-LEDs. Einzelne Lichter flackern auf, dann leuchtet die gesamte Fläche zunächst rot, später grün und blau, bevor ein buntes Mosaik rhythmisch pulsiert und stetig seine Form ändert. Das Modul aus acht mal acht LEDS haben die beiden selbst entwickelt und gebaut. „Seit mehreren Jahren arbeiten wir in unserer Freizeit mit elektronischen und mechanischen Komponenten, in letzer Zeit vorwiegend mit Lichttechnik“, erzählt Samuel Kosmann. Vor einem Jahr haben die beiden dann beschlossen, ihr Hobby zum Beruf zu machen, und das „Connected Lighting System“ entwickelt.

Ambiente für Bars und Clubs

Mit ihrem 2017 gegründeten Start-up Simtext nehmen die beiden vor allem Kunden aus der Gastronomie ins Visier – Bars, Clubs, Lounges. Hier spielt das Ambiente eine große Rolle, besonders aber die Beleuchtung. „Unser modulares System besteht aus vorgefertigten Matrizen und lässt sich leicht an die jeweiligen Locations anpassen“, sagt Samuel Kosmann. „Wir können eine Lichttafel am Tresen platzieren oder ganze Wände in Leuchtflächen verwandeln.“

Über 1000 LEDs finden sich auf einem Quadratmeter. Die Lampen können in jeder beliebigen Farbe des RGB-Spektrums leuchten und obendrein einzeln angesteuert werden – ganz ähnlich wie Pixel auf einem Monitor. Dadurch ergeben sich unzählige Möglichkeiten der Visualisierung: Kuschelatmosphäre durch gleichmäßige Rotfärbung, Disco-Stimmung durch pulsierende Blautöne und tanzende Mosaike. „Es ist auch überhaupt kein Problem, mit unserem System die Produkte und Events des Hauses zu bewerben und beispielsweise ein Cocktailglas oder einen Schriftzug auf und ab laufen zu lassen „, erklärt Lukas Gugel. Und das ist längst nicht alles: Weil das Ganze über einen PC gesteuert wird, lassen sich die LEDs sogar mit der gerade gespielten Musik synchronisieren – gleicher Rhythmus für Ohren und Augen sozusagen.

Prototyp in der Wohnheimbar

Ein solches „Connected Lighting System“ kann man seit einigen Monaten in der Bar des Ludwig-Erhard-Wohnheims in Aktion erleben. Hier ist ein Prototyp mit vier Leuchtflächen und insgesamt 2948 LEDs installiert. „Die vielen positiven Reaktionen der Kommilitonen haben uns überrascht und zugleich darin bestärkt, unseren Weg mit Simtex zu gehen“, sagt Lukas Gugel.

Momentan sind die beiden Gründer mit einigen Interessenten im Gespräch. In den Gesprächen geht es um weitere Prototypen und die Entwicklung neuer Module, zum Beispiel LED-Kugeln für die Decke. Das langfristige Ziel der beiden Entwickler ist es, komplette und individuelle Beleuchtungskonzepte für Kunden zu entwickeln und sämtliche Lichtkomponenten in ein Netzwerk einzubinden. Und sie haben sich vorgenommen, ihre Erfahrungen an andere Start-ups und Gründer weiterzugeben und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen, nicht nur im Bereich der Lichttechnik.


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Dieser Text erschien zuerst im alexander (Ausgabe 108) – dem Magazin rund um alles, was an der FAU gerade aktuell ist.

Die Ausgabe 108 hat unter anderem folgende Themen: 50 Jahre RRZE, Datenbanken in den Geisteswissenschaften, die Digital Tech Academy und der Elitestudiengang „Standards of Decision-Making Across Cultures“.

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