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Warum funktionieren Utopien in der Realität nicht?

Prof. Dr. Jens Kulenkampff stellt sich einer großen Frage. (Bild: FAU/Steffen Lesle)

Kulenkampff über Utopien

Warum schmeckt das Meer salzig? Wie viele Sandkörner sind an einem Strand? Wo endet das Universum? Und wie sieht dieses Ende dann aus? Wer kennt diese Fragen nicht, auf die man schon immer einmal eine Antwort haben wollte? Wir haben in unserem FAU-Forschungsmagazin friedrich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern „Große Fragen“ gestellt – auch wenn es möglicherweise nicht immer eine Antwort gibt. Prof. Dr. Jens Kulenkampff, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Philosophie, erklärt, warum Utopien in der Realität nicht funktionieren.

 

Simple Antwort: Weil sie Unmögliches wollen. Komplexere Antwort: Hinter utopischen Gesellschaftsentwürfen stecken oft Frust und Ungeduld angesichts der nur allzu vertrauten Erfahrung, dass die Dinge nicht vorangehen, dass heute dieselben Probleme auftauchen wie gestern oder dass das Beharrungsvermögen der Mitmenschen Tatmenschen wie Gestrüpp am Fortschritt hindert. Daher der Versuch, die Dinge ein für alle Mal vernünftig zu regeln. In der utopischen Gesellschaft sollen endlich Gerechtigkeit und Ordnung herrschen. Die Gemeinschaft hat Vorrang, und einem jeden ist der Platz angewiesen, an dem er dem Allgemeinwohl am meisten dient. Und weil alles zum Besten bestellt ist, ist Geschichte stillgestellt. – Zum Glück scheitern alle Utopien am Menschen, der nicht so ist, wie der Utopist ihn gern hätte. Denn für uns alle gilt nun einmal: „Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Grades gezimmert werden.“ (Immanuel Kant)


Der friedrich – das Forschungsmagazin der FAU

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Der friedrich Nr. 117 öffnet sich beim Klick auf das Bild.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserem Forschungsmagazin friedrich. Die aktuelle Ausgabe wirft einen Blick zurück in die 275-jährige Geschichte der Universität. Darüber hinaus beschäftigen es sich mit Fragen, die die Wissenschaft hier und heute bewegen: Was macht gute Wissenschaft aus? Muss Wissenschaft nützen? Wann ist Scheitern erfolgreich? Die Jubiläumsausgabe wagt aber auch einen Blick in die Zukunft. Denn obwohl wir heutzutage so viel mehr wissen als noch vor 200 Jahren, existieren immer noch jede Menge offener Fragen, auf die es Antworten zu finden gilt.

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Die Großen Fragen

Seit jeher haben die Menschen Fragen gestellt. Fragen nach dem Warum, Fragen nach dem Wie, Fragen nach dem Wohin. Wir haben FAU-Wissenschaftlern 22 große Fragen der Menschheit gestellt. Sie finden Sie alle in unserem Forschungsmagazin friedrich sowie nach und nach online in der Reihe „Die großen Fragen“

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