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Zurück im Rampenlicht: „Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer“

Zwei junge Frauen stehen nebeneinander, lächeln in die Kamera und zeigen Flyer.
Die Studentinnen Madlen Gulitsch (links) und Katharina Hefele haben im Rahmen eines Seminars der Kunstgeschichte an der Michael-Wolgemut-Ausstellung mitgewirkt. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

FAU-Studierende wirken an Ausstellung mit

Wer war Michael Wolgemut? Wie sah das Künstlerleben im 15. Jahrhundert aus? Und wie funktionierte damals der Werkstattbetrieb? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Michael Wolgemut – Mehr als Dürers Lehrer“, die in Kooperation mit der FAU und verschiedenen Kulturinstitutionen stattfindet und bis zum 22. März an verschiedenen Stationen in Nürnberg besucht werden kann. Auch Studierende der FAU wirkten im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Kunstgeschichte an der Ausstellung mit und haben sich für die Besucherinnen und Besucher etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Studentinnen Madlen Gulitsch und Katharina Hefele verraten mehr.

Wer war Michael Wolgemut und worum geht es in der Ausstellung?

Gulitsch: Michael Wolgemut führte zu seiner Zeit einen der einflussreichsten Betriebe auf dem Markt für Tafelmalereien und stellte Altäre, Kirchenfenster sowie verschiedene Druckgrafiken her – darunter auch die Schedel’sche Weltchronik.

Hefele: Und er war Albrecht Dürers Lehrer, weshalb er lange im Schatten seines Schülers stand. Die Ausstellung möchte Wolgemut und seine Werke in ein neues Licht rücken und beschäftigt sich deshalb mit seinem Leben und seinem Schaffen. Zusätzlich wird beleuchtet, wie es sich in Nürnberg um 1500 gelebt hat, wie in dieser Zeit das Leben eines Künstlers aussah und wie ein Werkstattbetrieb funktionierte.

Was ist das Besondere an der Ausstellung?

Gulitsch: Die Ausstellung ist als Rundgang durch Nürnberg und Schwabach konzipiert. Es gibt insgesamt neun Stationen – darunter das Germanische Nationalmuseum, die Lorenzkirche oder das Tucherschloss – die alle unterschiedliche Werke von Wolgemut zeigen.

Hefele: Im Albrecht-Dürer-Haus hängen zum Beispiel verschiedene Zeichnungen und Holzschnitte, ein Großteil stammt aus dem Besitz der Graphischen Sammlung der UB Erlangen. In der Stadtkirche in Schwabach sind drei Flügelaltäre aufgebaut, die zu seinen größten und aufwendigsten Projekten zählen. Auch farbenprächtige Glasmalereien gibt es an verschiedenen Stationen zu sehen.

Inwiefern haben Sie an der Ausstellung mitgewirkt, Frau Hefele?

Hefele: Im Rahmen eines Seminars haben wir für das Albrecht-Dürer-Haus sogenannte Medienstationen erstellt. An digitalen Bildschirmen können die Besucherinnen und Besucher interaktiv in die virtuelle Rolle von Wolgemut schlüpfen und erfahren, wie eine Werkstatt im 15. Jahrhundert betrieben wurde.

Was kann man sich darunter genauer vorstellen?

Hefele: In der Anwendung, die ich programmiert habe, erhält man die Aufgabe, einen Altar im Wert von 600 Gulden anzufertigen. Um diesen herzustellen, müssen verschiedene Aufträge vergeben werden. Davon abhängig in welcher Phase sich das virtuelle Bauprojekt gerade befindet, müssen zum Beispiel Schreiner, Schlosser oder Maler beauftragt werden. Vergibt man die Aufträge falsch, erhält man Strafpunkte und der Wert des Altars sinkt. Durch das Spiel sehen die Besucherinnen und Besucher, was beim Herstellen eines Altars alles beachtet werden muss.

Und welchen Beitrag haben Sie für die Ausstellung erstellt, Frau Gulitsch?

Gulitsch: Ich habe eine Führung mit konzipiert, die sich speziell an ein jüngeres und fachfremdes Publikum richtet. Gemeinsam mit anderen Studierenden haben wir überlegt, was eine gute Führung ausmacht, was vermittelt werden muss und wie man auftreten sollte. Anschließend setzte sich jeder mit einem bestimmten Werk auseinander. Neben den fachlichen Informationen galt es sich auch zu überlegen, was die Besucherinnen und Besucher besonders interessieren könnte. Um die Sichtweise des Publikums besser einnehmen zu können, haben wir auch Freunde und Familie befragt, welche Fragen sie zu Wolgemut und seinem Schaffen haben. Herausgekommen ist ein großer Fragenkatalog, den wir in unseren Führungen durch das Germanische Nationalmuseum einbauen.

Was fanden Sie besonders herausfordernd?

Hefele: Ich musste für meine Medienstation das Programmieren lernen. Im Seminar wurden uns zwar die Basics gezeigt, dennoch war es sehr viel Arbeit. Da ich in meinem Studium den Schwerpunkt auf digitale Medien gelegt habe, steht mir das Programmieren in den nächsten Semestern ohnehin bevor. Deswegen ist es umso besser, dass ich mich damit jetzt schon einmal intensiv auseinandergesetzt habe.

Gulitsch: Es war zwar schwierig, jedoch spannend sich in die Rolle eines fachfremden Publikums hineinzuversetzen und herauszufinden, was diese interessieren könnte. Generell möchten wir uns auch noch bei unseren Dozentinnen und Dozenten bedanken, dass sie uns im Hinblick auf die Ausstellung so viel Freiraum gelassen und uns ihr Vertrauen geschenkt haben.


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Instituts für Kunstgeschichte sowie auf der Website der Museen der Stadt Nürnberg.

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