Drei starke Partner kooperieren

Gruppenbild mit Abstand
Projektleiter Michael Kircher (DATEV), DM-Generaldirektor Wolfgang M. Heckl und FAU-Präsident Joachim Hornegger (v. li.) bei der Unterzeichnung im Deutschen Museum Nürnberg. (Bild: Deutsches Museum)

FAU, DATEV und Deutsches Museum starten Forschungsprojekt zur datenschutzkonformen Nutzung von Besucherdaten

Was gebe ich während eines Museumsbesuchs über mich preis? Das können Besucherinnen und Besucher des Deutschen Museums Nürnberg bald selbst ausprobieren. In einem gemeinsamen Projekt arbeiten das Museum, die DATEV und die FAU an einem Algorithmus, der den Besucherinnen und Besuchern aufzeigt, was für eine Datenspur sie hinterlassen – auf freiwilliger Basis natürlich. Nun haben die drei Partner den Vertrag im Deutschen Museum in Nürnberg unterschrieben.

Im Deutschen Museum Nürnberg – dem „Zukunftsmuseum“ – sollen mögliche Zukunftsvisionen für die Besucher erleb- und erfahrbar werden – und das möglichst hautnah. Das gilt auch für eher unheimliche Zukunftsvisionen mit weitreichender Überwachung wie wir sie aus George Orwells 1984 kennen: Wer mag – die Teilnahme ist freiwillig – kann sich künftig im Haus auf allen Wegen elektronisch verfolgen lassen. Am Ende erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein persönliches Profil mit einer Auswertung, was sie im Laufe des Besuchs über sich preisgegeben haben, was scheinbar ihre Vorlieben und Interessen sind.

So wird erfahrbar, was anderswo auf der Welt, beispielsweise in China, zum Teil schon Wirklichkeit ist. Hierüber wird es im Forum des Zukunftsmuseums dann auch regelmäßig Diskussionen geben. Anonymisiert geben die Profile der teilnehmenden Besucherinnen und Besucher aber auch wichtige Hinweise für die Ausstellungsmacherinnen und -macher sowie Museumsleute darüber, welche Themen generell für Besucherinnen und Besucher interessant, welche Texte und Filme spannend und verständlich sind. Diese Besucherforschung fließt dann wiederum in künftige, noch bessere Ausstellungen ein.

Vom Laufweg bis hin zu Emotionen

Prof. Björn Eskofier im Gespräch

FAU-Projektleiter Prof. Dr. Björn Eskofier, Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik, im Gespräch anlässlich der Unterzeichnung im Deutschen Museum Nürnberg. (Bild: Deutsches Museum)

Für dieses besondere und technisch anspruchsvolle Konzept arbeitet das Deutsche Museum mit zwei kompetenten Partnern zusammen: Die DATEV berät die Museumsleute bezüglich Datensicherheit und -aufbereitung – und unterstützt ein Forschungsvorhaben am Department Artificial Intelligence in Biomedical Engineering (AIBE) der FAU: Das Team um Prof. Dr. Björn Eskofier vom Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik (MaD) wird zum einen ein Kamerasystem entwickeln, das anonymisiert Besucherzahlen und -ströme erfasst sowie persönliche Daten über jene Menschen aufnimmt, die der temporären Verwendung ihrer Daten zugestimmt haben.

Zum anderen arbeiten die Forscher an Algorithmen zur Datenauswertung und -interpretation, mit denen ein umfangreiches Benutzerprofil erstellt werden kann – vom Laufweg durch die Ausstellung über das Vermessen von Emotionen bis hin zu Gruppendynamiken. Somit betreten die drei Partner gemeinsam technologisches Neuland und entwickeln ein spannendes Werkzeug für ein überraschendes Museumserlebnis.

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung am 22. März 2021 im Zukunftsmuseum hebt Generaldirektor Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl besonders die Bedeutung von kraftvollen Kooperationen für das Deutsche Museum mit seinen künftig hervor: „Mit starken Partnern wie der DATEV und der FAU gelingt es uns, auch ausgefallene Forschungsprojekte in unserem einzigartigen Zukunftsmuseum auf die Fläche zu bringen und so den wichtigen Dialog mit den Besucherinnen und Besuchern anhand relevanter und greifbarer Situationen führen zu können.“

Der DATEV ist dabei vor allem auch der aufklärerische Aspekt wichtig: „Als Unternehmen, das dem Datenschutz seit jeher einen sehr hohen Stellenwert einräumt, ist uns das Spannungsfeld zwischen rechtlichen, technischen und ethischen Verpflichtungen und Innovationen, speziell im Kontext Künstlicher Intelligenz, sehr bewusst“, erklärt Michael Kircher, der bei dem IT-Dienstleister das Projekt koordiniert. „Mit diesem sehr alltagsnahen Anwendungsfall erhoffen wir uns neue Erkenntnisse in dieser herausfordernden Balance und dem Museumsbesucher ordentliche Aha-Effekte, was sich mit moderner Technik schon in einem so kurzen Zeitraum wie dem eines Museumsbesuchs über einen Menschen herausfinden lässt.“

Auch FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger freut sich über die neue Kooperation: „Mit dem Deutschen Museum Nürnberg hat die FAU einen weiteren Partner in der Region, um innovative Projekte umzusetzen – mit der DATEV verbindet uns ja bereits eine lange und intensive Partnerschaft. Wir freuen uns insbesondere, dass unser im Rahmen der Hightech Agenda Bayern gegründetes Department Artificial Intelligence in Biomedical Engineering seine Expertise im Bereich Künstlicher Intelligenz einfließen lassen wird, um Wissenschaft für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen.“

Kontakte für die Medien

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