Unterwegs mit Legenden: Hochschulgruppe eSport Erlangen

Logo Hochschulgruppe ESE
Das Logo der Hochschulgruppe eSport Erlangen "Squirrels" zeigt ein grimmiges Eichhörnchen.

Die Hochschulgruppe eSport Erlangen zockt als Team „Squirrels“ Computerspiele – doch da ist mehr. Von Outreach- und Jugendarbeit sowie Eichhörnchen mit einem Auftrag

Eines der ersten Computerspiele wurde 1961 entwickelt. „Spacewar!“ lief damals zwar nur auf teuren Universitätsrechnern in den USA und war so nur einem kleinen Publikum zugänglich, legte aber den Grundstein für eine riesige Branche. Heutzutage ist es nur noch schwer vorstellbar, dass ungelenk kombinierte Pixel und eine kleine Spielerschaft der Ausgangspunkt für kunstvoll ausgearbeitete Multiplayer-Spiele mit Millionen von begeisterten Zockern auf lokaler, nationaler, und internationaler Ebene waren.

Mit dabei sein: League of Legends Online Turnier am 14. und 15. Mai 2022

Die Squirrels laden zum League of Legends Online Turnier ein. Anmeldung zum Mitspielen: Bis 13. Mai unter Toornament.

Für alle, die sich nicht direkt selbst ins Getümmel stürzen wollen, bieten die Squirrels einen Live-Stream via Twitch. Starten wird das Event am 14. Mai um 12 Uhr. Dort werden die Squirrels die Teams präsentieren, die Spiele übertragen und am 15. Mai ab 12 Uhr in den finalen Spieltag starten. Mit dem anschließenden großen Finale und der Verkündung der Turniersieger, wird das Wochenende dann abgerundet.

Alle Infos auf der eSport Erlangen-Webseite

Die Squirrels vom ESE

Nach der Schule, dem Studium, der Arbeit schnell nach Hause und im stillen Kämmerchen eine Runde zocken. So sieht der Alltag vieler Gamerinnen und Gamer aus. Muss er aber nicht, meinen die Mitglieder von eSports Erlangen (ESE), einem Zusammenschluss von leidenschaftlichen Spielerinnen und Spielern, der gleichzeitig Verein und Hochschulgruppe ist. Ihr Maskottchen ist ein grimmiges Eichhörnchen – daher der Name „Squirrels.“

„Wir wollen Menschen auf lokaler Ebene vernetzen und zusammenbringen, eine Plattform schaffen, die Menschen die Möglichkeit bietet, ihr Hobby auszuleben,“ sagt Philip Maron, Vorstandsvorsitzender des ESE. Er studiert Wirtschaftsinformatik an der FAU. Die Hochschulgruppe ging vor ein paar Jahren aus dem Verein hervor damit die Angebote auch an der Uni bekanntgemacht werden konnten.

Studierende engagieren sich, aber auch Menschen, die mittlerweile mit der Uni fertig sind. So wie Anna Feiler, die bis 2021 einen Master in Informatik absolvierte.  „Klar, wir zocken viel, aber unser Angebot ist nicht darauf beschränkt,“ erzähl sie. Es Community-Abende, Events und Turniere. „Wir wollen, dass sich Mitglieder austauschen können: über Spiele, private Interessen, das reale Leben.“

Plattform für die Leidenschaft

Events veranstaltet der ESE ein- bis zweimal pro Jahr. Regelmäßig gibt es „League of Legends“ Turniere. Zwei Teams mit je fünf Spielern entwickeln eine Strategie, um einen gegnerischen Stützpunkt einzunehmen. Es geht um Gewinnen, aber andere Aspekte stehen im Vordergrund: „Wir haben die Möglichkeit gerade jungen Menschen, die sich verhältnismäßig wenig zutrauen, Selbstbewusstsein für die Sache, für die sie brennen, zu geben,“ sagt Philip Maron. „Das ist viel mehr wert als die Möglichkeit Titel zu gewinnen: Das macht zwar Spaß, ist im Endeffekt aber vollkommen egal.“

Die Turniere richten sich vor allem an Jugendliche. Auch wenn Interessierte ihre anderen Hobbys einbringen möchten, finden die Organisatorinnen und Organisatoren eine Möglichkeit – zum Beispiel musikalische Untermalung des Events. „Wir haben den Luxus, eine Bühne für vielerlei Interessen bieten zu können,“ sagt Feiler.

Für Jugendliche, Eltern, alle

Dass Gaming auch gesellschaftlich wertvoll sein kann, will der ESE kommunizieren. „Die Idee ist zu vermitteln, dass Jugendliche ihre Zeit sinnvoll in Spiele investieren und Spaß haben können. Wenn junge Menschen mit vier anderen Jugendlichen zocken um sich auf ein Turnier oder Event vorzubereiten, ist das überhaupt nicht bedenklich,“ sagt Maron.

Und am Turniertag? Dann sollen auch die Eltern abgeholt werden; lernen, warum ihre Kinder gerne am Computer spielen und welche Vorteile das Hobby hat. So soll die möglicherweise fehlende Gesprächsgrundlage über das Hobby des Kindes wiederhergestellt und in den familiären Diskurs eingebracht werden.

Schlechter Ruf ganz unverdient?

„Es geht auch darum, den schlechten Ruf des Hobbys zu bekämpfen: Nicht jede*r zockt alleine und hirnlos vor sich hin,“ erklärt Philip Maron. „Bei den meisten Spielen, auch bei den zum Teil in Verruf geratenen Shootern, geht es vielmehr um die Strategie, als um das Treffen eines Ziels.“ Es geht um Teamwork und die Entwicklung eines Plans. Auch sportwissenschaftliche Aspekte wie Ausdauer, Konzentration und Hand-Augen-Koordination kommen zu tragen. „Viel gefährlicher als das Spiel an sich ist die Isolation, in der es gegebenenfalls gespielt wird.“

Einladung auf den Discord-Kanal

Alle, die mitmachen wollen, können dem Discord-Kanal den Squirrels beitreten. „Hier findet das Leben statt – wie tauschen uns aus, zocken, reden über alltägliches und planen gemeinsame Aktivitäten,“ erzählt Anna Feiler. „Falsche Ansprechpartnerinnen oder –partner gibt es nicht. Bei uns findet man schnell Anschluss.“

Weitere Informationen und Kontakt auf Instagram: @esports.erlangen

Und auf dem Discord-Server der Squirrels

Mehr Infos gibt es auch auf der Webseite der Squirrels.


Cover FAU-Magazin alexander Nr. 117Dieser Beitrag ist eine exklusive Vorschau auf die kommende Ausgabe des FAU-Magazins alexander. Gerne können Sie sich das kostenlose Magazin nach Hause oder an den Arbeitsplatz schicken lassen. Bitte füllen Sie dafür unser Abo-Formular aus.

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