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International

Internationalisierungsstrategie der FAU

Internationalisierungsstrategie der FAU

A. In der Forschung setzt sich die FAU die Ziele

  1. den Anteil international renommierter SpitzenwissenschaftlerInnen und qualifizierter NachwuchswissenschaftlerInnen insbesondere auch aus dem Ausland zu erhöhen;
  2. die Forschungsschwerpunkte zur besseren Positionierung und Erhöhung der Sichtbarkeit der FAU als Institution zu nutzen;
  3. die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität der FAU für Graduierte auszubauen.

Die Forschung der FAU ist dank der internationalen Vernetzung und hervorragenden Qualität der FAU-WissenschaftlerInnen seit langem international ausgerichtet. Die internationale Attraktivität der FAU spiegelt sich beispielsweise in der weit überdurchschnittlichen Anzahl von Alexander von Humboldt-PreisträgernInnen und -StipendiatInnen in den Natur- und Ingenieur­wissenschaften sowie im erfolgreichen Einwerben von Forschungsmitteln des European Research Council wider.

Die folgenden Einrichtungen zeugen von einer exzellenten und international wettbewerbsfähigen Forschungsumgebung und Infrastruktur: Das Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials (EAM), die Exzellenz-Graduiertenschule Erlangen Graduate School in Advanced Optical Technologies (SAOT), das 2009 gegründete Max Planck Institut für die Physik des Lichts (MPL), das Spitzencluster Medizintechnik (Medical Valley EMN), das vom BMBF geförderte Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung („Schicksal, Freiheit und Prognose“), das Department für Islamische Studien, der Nuremberg Campus of Technology (NCT) – Engineering for Smart Cities, der Energie Campus Nürnberg (EnCN) und das Helmholtz-Institut für Erneuerbare Energien (2013) sowie die International Audio Laboratories (Audio Labs) in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS).

Um Kontakte zu geographischen Regionen von globaler Bedeutung zu intensivieren, hat die FAU Geschäftsstellen für zwei internationale Hochschulzentren eingerichtet: Das Bayerisch-Kalifornische Hochschulzentrum (BaCaTeC; seit 2000) und das Bayerische Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT; seit 2010). Im Jahr 2005 initiierten SinologInnen der FAU in Kooperation mit der Beijing Foreign Studies University das Konfuzius-Institut Nürnberg-Erlangen, durch das die Verbindungen der FAU zu ausgewählten chinesischen Institutionen intensiviert werden. Ein weiteres Beispiel für die globale Ausrichtung der Universität ist der 2010 in Südkorea etablierte FAU Busan Campus.

Angesichts des internationalen Wettbewerbs um hochqualifizierte Spitzen­wissen­schaftlerInnen bei gleichzeitiger Ressourcenknappheit wird es keiner Universität gelingen, in allen Forschungsbereichen gleichermaßen international zu konkurrieren. Die FAU steht daher vor der Herausforderung, in ihrer langfristigen Investitionsplanung die Balance zwischen wettbewerbsfähiger Forschungsumgebung für alle FAU-WissenschaftlerInnen und priorisierten Investitionen in besonders herausragenden Schwerpunktbereichen zu optimieren. Eine solche Priorisierung ist notwendig, um durch entsprechend ausgestattete Professuren für bestimmte als strategisch wichtig identifizierte Bereiche international herausragende WissenschaftlerInnen gewinnen zu können. Die Profilschwerpunkte und Forschungsstärken sollten auch im internationalen Marketing vermehrt genutzt werden.

Um hochqualifizierte Graduierte für die FAU gewinnen zu können, muss die FAU attraktive Rahmenbedingungen bieten, die sich an internationalen Höchststandards orientieren. Dazu gehören eine exzellente Betreuungsqualität, fachergänzende Qualifikationsangebote und insbesondere für ausländische Graduierte eine intensive Unterstützung bei der Erstorientierung und sozialen Integration.

B. In der Lehre setzt sich die FAU die Ziele

  1. die internationale Öffnung des FAU-Studiums weiterzuentwickeln und allen FAU-Studierenden internationale und interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln;
  2. den Anteil von qualifizierten Studierenden aus dem Ausland zu erhöhen und dafür die Prozesse für deren Auswahl, Zulassung, Betreuung und Integration in Studium und Campusgemeinschaft zu verbessern;
  3. den Anteil und die Attraktivität englischsprachiger Studienangebote zu erhöhen, um vermehrt hochqualifizierte Graduierte aus dem Ausland vor allem in den forschungsstärksten Bereichen anzuziehen.

Der Bildungsauftrag einer forschungsstarken Universität des 21.Jahrhunderts muss sich an einer internationalen Wissenschafts- und Arbeitswelt orientieren. Selbst regionale Institutionen und ArbeitgeberInnen benötigen zunehmend Qualifikationsprofile, die internationale und interkulturelle Kompetenzen einschließen. Um ihren eigenen Qualitätsansprüchen und ihrem Selbstverständnis einer weltoffenen Universität gerecht zu werden, muss die FAU daher ihre Studienangebote auf den globalen Wettbewerb in der Wissenschaft und im Berufsleben einstellen. Daher will die FAU die internationale Mobilität ihrer Studierenden durch in den Curricula integrierte Mobilitätsfenster und eine verbesserte Anerkennungspraxis erleichtern, den Anteil ausländischer Studierender erhöhen und deren Integration in die Studierenden­gemeinschaft intensivieren.

Der Ausbau wettbewerbsfähiger englischsprachiger Studienangebote insbesondere auf der Masterebene ist ein wichtiger Bestandteil der internationalen Ausrichtung der FAU in der Lehre. Vor allem die Qualität dieser Angebote und der unterstützenden Services und ein zielgruppenspezifisches Marketing sollen vorangetrieben werden, um für die bestehenden Studiengänge eine größere Anzahl hochqualifizierter ausländischer Studierender anzuziehen. Englischsprachige Studienangebote sind auch für inländische Studierende von wachsender Bedeutung, um den Zugang zu international verhandeltem Wissen und einer global orientierten Arbeitswelt zu eröffnen. Die Ausbreitung von Englisch als Wissenschaftssprache macht auch den Ausbau englischsprachiger Module für heimische Bachelor- und Masterstudierende aller Fachrichtungen zusehends wichtiger.

Neben dem Ausbau der englischsprachigen Studienangebote bedürfen auch binationale und andere fremdsprachige Studiengänge der Förderung und besonderen institutionellen Unterstützung. Daher setzt sich die FAU für ein entsprechend vielfältiges Fremd­sprachenangebot ein.

Auch die deutschsprachigen Studiengänge müssen in fachspezifisch unterschiedlicher Weise auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt und einer interkulturell geprägten Gesellschaft vorbereiten. Dazu gehört neben einer Internationalisierung der Curricula und dem Erwerb von Sprachkompetenzen auch das Erleben unterschiedlicher nationaler und ethnischer Hintergründe und kultureller Perspektiven im Studienalltag. Die Internationalisierung der Studierendenschaft soll somit auch einen Beitrag zur Diversity-Strategie der FAU leisten, deren zentrale Zielsetzung die Wertschätzung und Förderung von unterschiedlichen Lebenslagen und -erfahrungen aller Universitätsangehörigen ist. Die FAU begreift ihre Vielfalt als Potenzial und steigert damit die Attraktivität der Universität im internationalen Kontext.

C. In Steuerung und Dienstleistungen setzt sich die FAU die Ziele

  1. bei Maßnahmen zur universitären Qualitätssicherung den Aspekt der Internationalisierung systematisch zu berücksichtigen;
  2. im Dialog zwischen Universitätsleitung und Fakultäten Prozesse und Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung von Internationalisierungszielen zu optimieren;
  3. die Verwaltung verstärkt auf internationale Zielgruppen und Entwicklungen auszurichten.

Die FAU kann ihr internationales Profil vor allem durch eine verstärkte Synergie zwischen den Internationalisierungsaktivitäten der Forschung und der Lehre schärfen und sichtbarer machen. Dies erfordert ein strategisches Verständnis der damit verbundenen Chancen und Risiken, das nur durch einen entsprechenden Dialog mit den Fakultäten aufgebaut werden kann. Die FAU will daher die Internationalisierung auf der Ebene der Fakultätsvorstände thematisch und personell verankern, idealerweise durch eine Prodekanin bzw. einen Prodekan mit Zuständigkeit für Internationalisierung in jeder Fakultät.

Die entsprechenden FakultätsvertreterInnen in der von der Vizepräsidentin bzw. dem Vizepräsidenten für Internationale Angelegenheiten geleiteten Internationalisierungs­kommission sollen in einem kontinuierlichen Prozess die Internationalisierungsstrategie der FAU fortentwickeln. Um den Erfolg von Internationalisierungsmaßnahmen einschätzen und gegebenenfalls korrigierend eingreifen zu können, müssen diese im Rahmen einer universitären Qualitätssicherung beobachtet werden. Dazu muss der Aspekt der Internationalisierung bei Maßnahmen zur universitären Qualitätssicherung, beispielsweise in der Lehre, systematisch berücksichtigt werden.

Die vielfältigen Internationalisierungsbemühungen und -erfolge aller Fakultäten haben deutlich gemacht, dass die unterstützenden Dienstleistungen eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen internationalen Studierendenaustausch und für eine nachhaltige Erhöhung hochqualifizierter Promovierender, Gastdozierender und Neuberufener aus dem Ausland sind. Diese können effizient und effektiv nur im Zusammenspiel zwischen zentralen und dezentralen Stellen geleistet werden.Vorrangig sind daher die Optimierung der Synergien zwischen verschiedenen DienstleisterInnen auf zentraler und dezentraler Ebene sowie der bedarfsgerechte Ausbau von Dienstleistungen, die der gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre nicht mehr entsprechen.

In diesem Zusammenhang soll auch die Einrichtung beziehungsweise Weiterentwicklung der dezentralen Internationalisierungsstellen (International Offices) auf Fakultätsebene vorangetrieben werden. Auch muss die Verwaltung insgesamt in die Lage versetzt werden, sich auf den erhöhten Anteil nicht deutschsprachiger NutzerInnen einzustellen. Dazu gehört selbstverständlich auch die englische Übersetzung von relevanten Formularen, Webseiten und Informationsbroschüren, damit die FAU ihrer immer vielfältigeren Gemeinschaft von Studierenden, Lehrenden und Forschenden gerecht werden kann.