Auf die Plätze, fertig, Code!

Physik- und Informatik-Student Kevin Höllring nimmt im FAU-Team am International Collegiate Programming Contest teil. (Bild: FAU/Daniela Novac)

FAU-Studierenden fahren zum Programmierwettbewerb ins englische Bath

Ein Wochenende lang dreht sich alles ums Codeschreiben: Beim International Collegiate Programming Contest wetteifern Studierende aus Europa, wer in einem bestimmten Zeitrahmen die besten Programme für vorgegebene Probleme schreibt. Dieses Wochenende geht es für das FAU-Team zum Regionalentscheid Northwestern Europe Regional Contest in Bath. Teammitglied Kevin Höllring, der an der FAU Physik und Informatik studiert, hat uns erzählt, was sie dort erwartet.

Worum geht es beim International Collegiate Programming Contest (ICPC)?

Beim ICPC geht es darum, innerhalb von fünf Stunden zu möglichst vielen Aufgaben Programme zu schreiben, die die in den Aufgabenstellungen formulierten Probleme lösen. Dafür arbeitet man in Dreierteams zusammen und die Prüfung der eingereichten Lösungen erfolgt vollkommen automatisch. Bei jeder Aufgabe kann man entweder nur eine vollkommen richtige Lösung einreichen und dafür Punkte bekommen, oder man bekommt Strafminuten für falsche oder zu langsame Lösungsideen.

Habt ihr euch für den Northwestern Europe Regional Contest ein Ziel vorgenommen, das ihr erreichen wollt?

Naja, an sich wäre es natürlich schon ein Wunschziel, dass wir die Gelegenheit nutzen können, um uns für den internationalen Wettbewerb – die World Finals – zu qualifizieren, der dieses Mal in Peking stattfinden wird. Aber trotz unserer langen Vorbereitung und des intensiven Trainings ist es noch lange nicht gesagt, dass wir das auch schaffen können. Dafür muss am Wettbewerbstag einfach alles passen: Man darf nichts Lesen, das nicht da steht, man muss schnell auf die richtige Lösungsidee kommen, dann muss man die auch noch fehlerfrei und schnell umsetzen und zwar schneller als alle anderen Teams. Aber TOP5 wäre so unser Ziel für diesen Wettbewerb. Schaffen können wir es, aber ein bisschen Glück brauchen wir am Wettbewerbstag selbst eben auch.

Wie ist das Team zusammengestellt und hat jeder seinen eigenen Bereich für den er verantwortlich ist?

Die Teams beim Northwestern Europe Regional Contest (NWERC) setzen sich jeweils aus drei Mitgliedern zusammen. Grundsätzlich sind erst einmal alle dafür zuständig, die Aufgaben zu lösen und die Lösungen aufzuschreiben. Aber insbesondere in der Anfangsphase des Wettbewerbs koordiniert man sich dann doch gezielt beim erstmaligen Lesen der Aufgaben und wir haben uns auch was das eigentliche Schreiben von Code angeht spezialisiert. (Um es genau zu nehmen: Meine beiden Teamkollegen sagen, sie können es einfach nicht mit ansehen, wenn ich selbst Code schreibe, also übernehmen sie das freundlicherweise meistens selbst.) So eine Aufgabenverteilung ist aber auch ganz normal, wenn es um verschiedene Aufgabentypen und Themengebiete geht. Da hat natürlich auch jeder von uns so seine Spezialgebiete, auf die wir uns am liebsten stürzen.

Wie übt ihr für den ICPC?

Das Training besteht hauptsächlich daraus, frühere NWERCs oder andere vergleichbare Wettbewerbe probehalber zu bearbeiten. Aber darüber hinaus haben wir auch ganz speziell für bestimmte Aufgabentypen geübt und uns Lösungsstrategien dazu angesehen. Besonders hilfreich bei der Vorbereitung war unser Trainingslager im Wassersportzentrum am Brombachsee. Das hat viel beigetragen, insbesondere zum Teambuilding, zur Verbesserung der Kommunikation und zum Verständnis neuer Lösungsstrategien. Insgesamt reden wir von wöchentlich ca. acht Stunden oder noch mehr, die in die ICPC-Vorbereitung hier an der FAU fließen, wenn man sich qualifiziert hat – das Trainingslager noch gar nicht eingerechnet.

Wie ist die Atmosphäre auf diesen Veranstaltungen? Kommt man auch mit anderen Teams in Kontakt?

Bei der Atmosphäre muss man unterscheiden, zu welchem Zeitpunkt man das betrachtet. Wenn alle Teilnehmer zwar schon da sind, aber der Wettbewerb noch nicht stattgefunden hat, sind zwar alle freundlich zueinander und man kommt auch mit den anderen ins Gespräch. Aber ich finde, man merkt doch, dass jeder für sich eher konzentriert ist. Zu der Zeit ist auch das Konkurrenzdenken sehr hoch.  Nach dem eigentlichen Wettbewerbslauf ist die Stimmung dann eigentlich entspannter – oder vereinzelt deutlich schlechter, wenn es im Wettbewerb eben nicht so gelaufen ist, wie man sich das erhofft hat. Aber egal ob man die eigenen Ziele erreicht hat, nach dem Wettbewerb kommt man spätestens bei der Abschlussveranstaltung bzw. Siegerehrung in Kontakt mit anderen.

Wer kann alles am ICPC bzw. auch beim Team der FAU teilnehmen?

Am ICPC kann grundsätzlich erst einmal jeder teilnehmen. Die Qualifikation für das Team der FAU beginnt mit dem an der FAU veranstalteten ICPC-Wettbewerb im Sommer – deshalb auch oft „Sommercontest“ genannt. Aber auch im Wintersemester gibt es einen Wettbewerb, der insbesondere denjenigen, die noch nie an so einem Wettbewerb teilgenommen haben, einen guten Einstieg ermöglicht.

Unter den Mitgliedern der besten Teams des Sommercontests werden dann in dem anschließenden Einzelwettbewerb die letztendlichen Mitglieder des FAU-Teams ausgewählt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man da vielleicht erst nach mehreren Anläufen reinrutscht, aber dass es den Einsatz auf alle Fälle wert ist. Die Erfahrungen beim Wettbewerb selbst und auch im Hinblick auf effiziente Teamarbeit finde ich einfach unglaublich hilfreich. Deshalb kann ich es auch jedem empfehlen, sein Glück einfach mal zu versuchen.

Weitere Informationen zum ICPC gibt es hier:

https://icpc.cs.fau.de/

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