Im Studium vor Gericht

Gruppe Studierender steht über den Dächern Wiens
Über den Dächern Wiens: Nick (ganz links) mit dem FAU-Team beim Vis Moot (Foto: Alexander Y. Christov)

Jura-Studierende treten bei fiktiven Gerichtsverfahren an

In Moot Courts messen sich FAU-Studierende bei fiktiven Gerichtsverfahren mit Jura-Studierenden aus der ganzen Welt. Mithilfe des FAU Moot Networks können sie sich untereinander vernetzen.

Einen Fall im Völkerrecht aufbereiten, die Interessen eines ganzen Staates vertreten und vor über 1000 Leuten plädieren – dazu musst du keine Staranwältin oder kein Staranwalt sein, das kannst du bei einem Moot Court erleben. Bereits im Studium!

Studierende hält ein Plädoyer

Nach der schriftlichen Bearbeitung
müssen die angehenden
Juristinnen und Juristen plädieren (Foto: Alexander Y. Christov)

„Die meisten Jura-Studierenden wissen zwar ungefähr, was Moot Courts sind, aber verbinden diese eher mit den USA und sind sich nicht bewusst, dass so was auch bei uns möglich ist“, erklärt Nick, der Jura studiert und sich gerade auf das Examen vorbereitet. Gegen diese Ungewissheit will das FAU Moot Network etwas unternehmen, das mittlerweile aus ungefähr 50 Mooties – so nennen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Moot Courts – besteht. „Moot Courts sind eine gute Möglichkeit, um praktische Erfahrungen zu sammeln“, meint Nick: „Es gibt das Klischee, dass Jura trocken ist und dass wir Juristen immer nur lesen. Bei den Moots können Jura-Studieren-de mal aus sich rauskommen.“

Ein Moot Court besteht aus zwei Teilen. Er beginnt mit einer Schriftsatzphase, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Fall schriftlich bearbeiten müssen. „Das erinnert an eine Hausarbeit für die Uni. Wir müssen ein Thema aufarbeiten, und es gibt eine Deadline. Wenn wir uns dann die Zeit nicht gut einteilen, kann es sein, dass wir die letzten Nächte vor der Abgabe durchmachen müssen“, erläutert Nick. Eine besondere Herausforderung ist der anschließende mündliche Teil, bei dem die Studierenden in die Anwaltsrolle schlüpfen. Die angehenden Juristinnen und Juristen müssen hier plädieren, das heißt, sie können nicht einfach eine Rede vorbereiten, sondern müssen auf die Konkurrenz eingehen. „Auch wenn wir mal keine Ahnung haben. Das passiert schon mal“, erzählt Nick.

Student im Anzug

Nick bereitet sich gerade auf sein
Examen vor und teilt im FAU Moot Network
seine Erfahrungen mit Kommilitoninnen
und Kommilitonen (Foto: Alexander Y. Christov)

International unterwegs

Nick war beim internationalen Vis Moot in Wien und für die Pre-Moots in Warschau, Helsinki, Tiflis und Belgrad. Um neue Leute und Länder kennenzulernen, eignen sich Moot Courts also besonders. Und auch für die spätere Berufswahl können sie hilfreich sein: „Bei den Moot Courts werden oft Rechtsgebiete behandelt, die im Studium nur gestreift oder gar nicht besprochen werden. Vielleicht entdeckt ein Teilnehmer gerade bei einem Moot eine Leidenschaft, die er in der Art noch gar nicht kannte und die er später zu seinem Beruf machen will“, erklärt Nick. Um mehr Studierende auf die Moots aufmerk-sam zu machen, veranstaltet das FAU Moot Network seit 2018 jährlich Moot Days: Interessierte können sich dort mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Moot Courts austauschen und sich über das Angebot an der FAU informieren. Wie der Name verrät, steht auch das Netzwerken im Vordergrund. Bei regelmäßigen Stammtischen haben die Studierenden die Möglichkeit, Mit-Mooties und Coaches, welche die Teams betreuen, kennenzulernen. Auf diese Weise können sie auch etwas über Moots erfahren, an denen sie noch nicht teilgenommen haben.

Website des FAU Moot Networks


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