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Studium

Bachelorverbundstudium

Dual studieren an der FAU

Die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung zählt zu den zentralen Themen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt der Zukunft. Ein Blick auf die Nachfrage nach einem dualem Studium zeigt, dass diese kooperative Studienform durch die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen mittlerweile sehr populär ist und dass die Beliebtheit stetig weiter zunimmt.

Verbundstudium an der FAU

Durch ein Verbundstudium an der FAU, das eine Berufsausbildung in das Studium integriert, haben Studierende die Möglichkeit, vor der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken sowie der Handwerkskammer für Mittelfranken, neben dem Studienabschluss einen betrieblichen Ausbildungsabschluss zu erlangen. Das Besondere dabei ist ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal der Universität, da es sich durch die Kooperation mit den beiden Kammern quasi um ein flächendeckendes duales Angebot handelt: knapp 70 Bachelorstudiengänge aus fast allen Disziplinen an der FAU können mit rund 200 IHK- bzw. rund 130 HWK-Ausbildungsberufen kombiniert werden.

Daneben gibt es verschiedene Einzelkooperationen mit großen Unternehmen sowie eine wachsende Zahl kleiner und mittelständischer Betriebe, die an der Umsetzung des Verbundstudiums interessiert sind. Für alle Kooperationsmodelle gilt: Der Ablauf ist durch die Wahl eines Blockmodells aus insgesamt 3 Varianten vorgegeben, die Dauer beträgt – abhängig vom Unternehmenspartner – zwischen 3,5 und 4,5 Jahren.

Rund um das Thema „dual studieren“ herrscht mittlerweile eine Vielzahl an begrifflichen Definitionen vor, so dass häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, welche Unterschiede und Modelle es gibt. Eine allumfassende, übergeordnete Definition existiert bisher nicht – allgemein lassen sich unter dem dualen Studium solche Studienangebote zusammenfassen, die eine akademische Erstausbildung mit hohem Praxisanteil durch die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen vereinen. An der FAU sprechen wir von einem ausbildungsintegrierenden Modell: Das Verbundstudium ist als Unterform des dualen Studiums zu verstehen, bei dem die universitären Inhalte des Studiums mit den Ausbildungsinhalten im Betrieb wechseln.

Studium und Ausbildung parallel zu absolvieren ist eine große Herausforderung für die Leistungsfähigkeit und die Motivation der zukünftigen Verbundstudierenden. Ein unabdingbares Kriterium bei der Entscheidung ist daher ein gutes – oder besser noch sehr gutes – Abiturzeugnis. Daneben sind Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen gefragt. Man muss sich auch bewusst machen, dass gerade dann, wenn die Kommilitonen in die Semesterferien starten, der Arbeits- und Ausbildungsalltag im Unternehmen beginnt und weiterläuft. Ein gutes und durchdachtes Zeit- und Selbstmanagement ist daher sehr wichtig! Als formale Voraussetzung für die Teilnahme am Verbundstudium gilt der an der FAU ohnehin mindestens erforderliche fachgebundene Hochschulzugang (FOS/BOS 13 oder höher).

Einschließlich der Bachelorprüfung und des betrieblichen Ausbildungsabschlusses ist bei der flächendeckenden IHK- bzw. HWK-Kooperation eine Dauer von 4 Jahren vorgesehen, wobei zwischen 3 verschiedenen Blockmodellen gewählt werden kann, die den Ablauf der Ausbildung im Rahmen des Verbundstudiums vorgeben.  

Variante 1: Beginn mit einem Ausbildungsblock von einem Jahr im Unternehmen, wobei die Auszubildenden bereits zeitgleich als Studierende an der FAU immatrikuliert und beurlaubt sind. Danach wechseln Ausbildungszeiten im Betrieb und Studium an der Universität im Takt der Vorlesungszeiten.

Variante 2: Beginn mit kurzer Einführung im Unternehmen, dann ab Herbst Studium im ersten Studienjahr, während der Vorlesungszeit an der Universität und in der vorlesungsfreien Zeit Ausbildung im Unternehmen. Im zweiten Studienjahr folgt ein Ausbildungsblock von einem Jahr im Unternehmen, wobei die Auszubildenden zeitgleich als Studierende der FAU beurlaubt sind; danach erfolgt weiter alternierend die Ausbildung im Betrieb und das Studium an der Universität.

Variante 3: Drei Jahre wechseln sich Ausbildung und Studium im Takt der Vorlesungszeiten bis zum Studienabschluss an der FAU ab; anschließend erfolgt das letzte Ausbildungsjahr im Unternehmen bis zum Ausbildungsabschluss.

Bei überwiegend inhaltlicher Gleichwertigkeit können Leistungsnachweise wechselseitig angerechnet werden. Das gilt beispielsweise für praktische Leistungen aus der Ausbildung, die als Praktika oder Schlüsselqualifikationen in das Studium eingebracht werden können.

Für die Verbundstudierenden fällt der reguläre Semesterbeitrag von 112 Euro (42 Euro Studentenwerksbeitrag + 70 Euro Solidarbeitrag zum Semesterticket) an. Der FAU entstehen – mit Ausnahme des Abschlusszertifikats – keine zusätzlichen Kosten, da die Auszubildenden als Verbundstudierende einen ohnehin vorhandenen Studienplatz belegen und so ganz regulär an den Lehrveranstaltungen und den Prüfungen im Rahmen der geltenden Prüfungsordnungen teilnehmen.

Neben dem Bachelorzeugnis der FAU und Ausbildungszeugnis der IHK bzw. HWK oder StBK wird ein gemeinsames Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme am Bachelorverbundstudium nach dem Kooperationsvertrag ausgestellt, das zusätzlich Ausbildungs- und Studienergebnisse benennt und ein Gesamtprädikat bescheinigt.

Informationen für interessierte Unternehmen

Wenn Sie sich als Betrieb für die Umsetzung eines Verbundstudiums interessieren, empfiehlt es sich, zunächst in Kontakt mit der IHK/HWK sein Interesse zu bekunden. Nach Auswahl der/des Auszubildenden wird der Ablauf der betrieblichen Ausbildung im Rahmen des Verbundstudiums bestimmt, indem die Wahl eines der Blockmodelle im Ausbildungsvertrag geregelt wird. Daneben wenden Sie sich bitte an die Kontaktstelle an der FAU (Dr. Bianca Distler) und die zuständige Kammer (IHK/HWK). Folgende Rahmenbedingungen im Unternehmen sollten für die Bereitstellung von Ausbildungs-/Praktikantenplätzen im Verbundstudiengang beachtet werden:

  • Ausbildungsberechtigung
  • Gewährleistung einer umfassenden Qualität in der Praxisausbildung
  • Gewährleistung eines Mentors/Ansprechpartners für die/den Verbundstudierende(n) im Betrieb
  • Verwendung von Musterverträgen (Berufsausbildungsvertrag)
  • Gegebenenfalls Erstellung eines langfristigen Personalplans zur Besetzung von Führungspositionen