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FAU-Nachwuchsgruppenleitung

FAU-Nachwuchsgruppenleitung (FAU-NGL)

Sie leiten eigenverantwortlich eine Nachwuchsgruppe und wünschen sich mehr Sichtbarkeit innerhalb der FAU? Oder Sie kommen von extern mit persönlich eingeworbenen Drittmitteln an die FAU? Dann bewerben Sie sich jetzt für den FAU-Nachwuchgsruppenleitungsstatus (FAU-NGL).

 

 

  1. FAU-NGL sind fachlich exzellent.
    Fachliche Exzellenz bedeutet, dass sich Bewerbende in einem qualitätsgesicherten, externen Begutachtungsverfahren wettbewerblich durchgesetzt haben. Dies wird beispielsweise nachgewiesen durch
    • eine erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln in den Nachwuchsgruppenprogrammen der Helmholtz-Gemeinschaft, des Emmy-Noether-Programms der DFG, des BMBF, des Elitenetzwerks Bayern oder in einem vergleichbaren Nachwuchsgruppenprogramm eines anderen Zuwendungsgebers oder
    • Erfolge in den Programmen ERC Starting Grant (EU), Liebig-Stipendium (Fonds der Chemischen Industrie), Heisenberg-Programm (DFG), Sofja Kovalevskaja-Preis (Alexander von Humboldt-Stiftung) oder in einem vergleichbaren Programm eines anderen Zuwendungsgebers.
  2. FAU-NGL führen eine wissenschaftlich und finanziell unabhängige Arbeitsgruppe.
    FAU-NGL waren in einem in Ziffer 1 genannten Programm erfolgreich.
    • Dabei haben sie Personalmittel für (sich und) mindestens zwei wissenschaftliche Mitarbeitende (mindestens Master-/Diplomabschluss oder Staatsexamen) eingeworben. Die Einwerbung der eigenen Stelle ist allerdings keine zwingende Voraussetzung, wird aber sehr positiv gesehen.
    • Die Personalmittel für die wissenschaftlichen Mitarbeitenden haben jeweils einen Umfang von mindestens drei Personenjahren (Vollzeitäquivalente).
    • Sie tragen Personalverantwortung und Budgetverantwortung.
  3. Der Abschluss der Promotion erfolgte vor maximal 6 Jahren (Datum der mündlichen Prüfung). Als familienpolitische Komponente (analog § 2 WissZeitVG) ist eine Verlängerung dieses Zeitraums um bis zu 2 Jahre für die Betreuung jedes Kindes unter 18 Jahren möglich.
  4. FAU-NGL sollen Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, mit einer höheren Bildungseinrichtung oder mit Wirtschaft und Industrie und möglichst auch wissenschaftliche Auslandsaufenthalte nachweisen.
  5. FAU-NGL können nicht W1/W2/W3 Professorinnen und Professoren sein.

  1. Den FAU-NGL wird das Recht, für die Mitglieder ihrer Nachwuchsgruppe als Betreuerin oder Betreuer in Promotionsverfahren zu fungieren, durch die Fakultäten nach Maßgabe der RPromO verliehen. Als Promotionsbetreuer/-in zu fungieren ist bereits an vielen Fakultäten möglich und soll an allen Fakultäten der FAU eingeführt werden. FAU-NGL werden zudem nach Maßgabe der einschlägigen Studien- und Prüfungsordnungen sowie der HSchPrüferV (insbesondere § 3 HSchPrüferV) berechtigt, Bachelor-, Master- und vergleichbare Abschlussarbeiten zu betreuen bzw. zu begutachten. Die vorstehenden Rechte sind keine zwingende Voraussetzungen für den FAU-NGL.
  2. FAU-NGL können am FAUnext Programm teilnehmen, einem bedarfsorientierten, zielgerichteten Weiterqualifizierungs- und Coaching-Angebot für Potenzialträger*innen zur Vorbereitung auf die nächste Karrierestufe. FAUnext wird im Laufe des Jahres 2020 starten. Zum gegeben Zeitpunkt werden Sie darüber informiert.
  3. FAU-NGL sind bei allen Maßnahmen in ihrer Fakultät angemessen zu berücksichtigen. Sie nehmen an der leistungs- und belastungsbezogenen Mittelverteilung ihrer Fakultät teil und ihre Projekte werden für die betreffende Fakultät als Drittmittel bei der leistungs- und belastungsbezogenen Mittelverteilung berücksichtigt.
  4. Die jeweilige Fakultät schließt mit der oder dem FAU-NGL PERO-Zielvereinbarungen ab. Zu den Details wenden Sie sich bitte an den für Ihre Fakultät zuständige Forschungsreferentin oder den Forschungsreferenten.
  5. Für von extern kommende FAU-NGL gilt wie bei Juniorprofessorinnen und -professoren die Ausnahme vom Hausberufungsverbot.

Die FAU stellt Nachwuchsgruppenleiterinnen und Nachwuchsgruppenleiter, die neu von extern und finanziell unabhängig (d. h. mit in einem wettbewerblichen Verfahren eingeworbenen Drittmittel) an die FAU kommen, im Rahmen einer Anschubfinanzierung zusätzlich Sachmittel zur Verfügung.

FAU-NGL werden in einem Auswahlprozess von den Fakultäten bestimmt. Die Bewerbung erfolgt über einen Online-Bewerbungsprozeß im CRIS (Current Research Information System) initiativ oder auf Aufforderung durch die Dekanin oder den Dekan der jeweiligen Fakultät. Die Entscheidung über die Vergabe des Titels für die Dauer der eingeworbenen Förderung während der FAU-Zugehörigkeit erfolgt durch den Fakultätsrat. Der FAU-NGL Status wird mit einem Zertifikat bescheinigt. Die Veröffentlichung des FAU-NGL Status erfolgt auf der FAU-Webseite für den Wissenschaftlichen Nachwuchs.

Sobald Ihre Bewerbung durch Sie in CRIS freigeschaltet wurde, erhalten wir vom Graduiertenzentrum einen Hinweis und prüfen die formalen Voraussetzungen (z.B. sind alle Unterlagen vorhanden und alle Kriterien erfüllt). Danach erhält die Fakultät den Antrag und entscheidet über diesen im Fakultätsrat. Die erfolgreiche Bewerbung zum FAU-NGL Status wird dann durch ein Zertifikat bestätigt, das vom Graduiertenzentrum ausgestellt wird.

Um Ihnen die Bewerbung zu vereinfachen ist die Online-Bewerbung in CRIS (Current Research Information System) aufgesetzt. Für die Mehrzahl von Ihnen, die Ihre Daten schon in CRIS eingepflegt haben, ist die Bewerbung daher auf einfache Art und Weise möglich, in dem Sie für die Bewerbung relevante Bereiche (z.B. Publikationsliste) einfach freischalten. Sollten Sie noch nicht in CRIS aktiv sein, müssten Sie zunächst Ihre Daten in CRIS eingeben.

Für inhaltliche Fragen zur Bewerbung steht Ihnen Frau Dr. Silke Schnurbusch zur Verfügung. Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an cris-support@fau.de.

Hier gehts zur Online-Bewerbung in CRIS.

Begleitend zum Erstellen der Bewerbung haben wir Ihnen ein Infoblatt zur Antragstellung in CRIS erstellt, das Ihnen ggf. einige erklärende Hinweise gibt.

Dr. Heiko Bruns

Forschungsthema: Makrophagen als erste Verteidigungslinie bei Leukämien und Lymphomen

Bei den meisten Tumorerkrankungen befinden sich zahlreiche Makrophagen (die Fresszellen des Immunsystems) in direkter Nähe zu den Krebszellen. Obwohl die Makrophagen theoretisch in der Lage sind, Tumorzellen zu erkennen und zu beseitigen, führen sie diese Aufgabe häufig nicht mehr korrekt aus. In unserer Arbeitsgruppe untersuchen wir, mit welchen Mechanismen Makrophagen Tumorzellen erkennen und eliminieren könne, und ob diese Mechanismen bei den Makrophagen im Tumor, speziell bei Lymphomerkrankungen, gestört sind. Hierbei interessiert uns besonders die Phagozytose bzw. die Aufnahme von Tumorzellen. Das Langfristige Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es, die Makrophagen im Tumor für die Tumorbekämpfung therapeutisch wieder zu reaktivieren.

 

Dr. Silvia Budday

Forschungsthema: BRAIn mechaNIcs ACross Scales (BRAINIACS)

In ihrer Forschung beschäftigt sich Silvia Budday mit der Mechanik des Gehirns. Während mechanische Aspekte lange Zeit wenig Beachtung in der Hirnforschung fanden, spielen sie neuesten Erkenntnissen zufolge doch eine wichtige Rolle für die Hirnfunktion. Ein spannendes Beispiel ist die markant gefaltete Struktur des menschlichen Gehirns, die essentiell für höhere kognitive Funktionen ist. Silvia Budday’s Studien zufolge sind es mechanische Kräfte, die das zunächst glatte Gehirn des Menschen in Falten legen. Durch die Kombination experimenteller Methoden, Modellierung und Simulation entwickelt sie gemeinsam mit ihrer Gruppe Computermodelle, die bei der Diagnose von Krankheiten und der Optimierung von Behandlungsmethoden unterstützen sollen.

 

Dr. Nadia Müller-Voggel

Forschungsthema: Von akut zu chronisch – auf der Suche nach neurophysiologischen Markern von Tinnitus

Wie kann unser Gehirn die Wahrnehmung eines Tons erzeugen, der objektiv nicht nachweisbar ist? Diese Frage ist für etwa 20% unserer Bevölkerung, die unter einem chronischen Tinnitus leidet, höchst relevant. Wahrnehmung ist kein genaues Abbild der uns umgebenden Umwelt, sondern ein aktiver Prozess unseres Gehirns, mit dem wir unsere Umwelt interpretieren und der, im Falle von Tinnitus, zu einer Phantomwahrnehmung führen kann.  Im Rahmen meiner Emmy-Noether-Gruppe wollen wir herausfinden welche Prozesse im Gehirn für die Entwicklung und Chronifizierung eines Tinnitus entscheidend sind. Dazu erfassen wir Hirnaktivität in unterschiedlichen Stadien der Tinnitusentwicklung, in Ruhe oder während Probanden bestimmte Aufgaben durchführen, z.B. ihre Aufmerksamkeit auf bzw. weg vom Tinnitus lenken oder sich in einem positiven versus negativen emotionalen Zustand befinden. Wir erhoffen uns dadurch besser zu verstehen, welche neuronalen Prozesse zur Wahrnehmung eines Tons führen und wie die ungewollte Wahrnehmung eines Phantomtons effektiv behandelt werden könnte.

 

Dr. Nadja Ray

Forschungsthema: Multiscale modeling and analysis of porous media applications with evolving microstructures

Nadja Ray works in the field of applied mathematics. She is interested in multiscale modeling and porous media applications. She thereby particularly focuses on problems including evolving microstructures, e.g. due to chemical dissolution-precipitation reactions. Moreover, in one of her projects, she investigates influencing factors of the formation and turnover of soil microaggregates, and their impact on soil functions.

 

 

Dr. Elisabeth Waldmann

Forschungsthema: Modelbasierte Ansätze an Data Science – von bayesianischer Inferenz zu statistischen Lernverfahren

Statistik und Data Science wird ein immer wichtigerer Bestandteil der meisten Bereiche der Wissenschaft. In meiner Forschungsgruppe konzentrieren wir uns sehr Allgemein auf die Entwicklung von Methoden, die vielseitig zu Analyse und Vorhersage einsetzbar sind. Zu dieser Entwicklung verwenden wir verschiedene Typen der statistischen Modellierung, sogenannte bayesianische Inferenz, aber auch Statistical Learning Verfahren, welche eine Mischform aus Machine Learning und klassischer Statistik darstellen. Hierbei legen wir besonders viel Wert auf Interpretierbarkeit und Anwendbarkeit der Modelle — was passiert mit Größe A wenn sich verschiedene Größen B, C, D,… auf eine bestimmte Art ändern, welche dieser Einflussgrößen braucht man überhaupt zur Vorhersage von A und was ist die Unsicherheit in diesem Zusammenhang. Die entstehenden Modelle überprüfen wir dann durch Simulation, wenden sie aber auch auf wissenschaftliche Fragen, hauptsächlich aus dem Bereich der Medizin, an.

 

Dr. Sebastian Zundler

Forschungsthema: Einfluss der Immunzellwanderung auf mukosale Wundheilung und intestinale Entzündung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Dr. Zundler beschäftigt sich mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei diesen Erkrankungen kommt es durch ein Zusammenspiel von Umweltfaktoren mit genetischen Faktoren zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion im Darm, die zu wiederkehrenden Entzündungsschüben führt. Eine medikamentöse Heilung ist nach wie vor nicht möglich. Das besondere Interesse von Sebastian Zundler gilt den Wanderungsvorgängen von Immunzellen im Rahmen der Krankheitsentstehung. Diese Prozesse können bereits erfolgreich mit Medikamenten beeinflusst werden können, trotzdem sind sie bislang nur unzureichend erforscht. Die Gruppe von Dr. Zundler hofft daher, mit ihrer Arbeit einen effektiveren und nebenwirkungsärmeren Einsatz bestehender und die Entwicklung neuer Medikamente auf diesem Gebiet zu ermöglichen.